Leitungsquerschnitt-Rechner
Ermittle den Mindestquerschnitt einer Kupferleitung für Wechsel- oder Drehstrom und prüfe dabei Strombelastbarkeit und maximalen Spannungsfall.
So wird gerechnet
Der Querschnitt wird nach zwei Kriterien bestimmt; maßgeblich ist der größere Wert:
- Strombelastbarkeit (thermisches Kriterium). Der Strom darf nicht höher sein, als die Leitung ohne Überschreiten ihrer Höchsttemperatur führen kann: 70 °C bei PVC und 90 °C bei VPE. In mm² gelten die Tabellen der IEC 60364-5-52 (in Deutschland DIN VDE 0298-4); in AWG die Tabelle 310.16 des NEC.
- Spannungsfall. Die in der Leitung verlorene Spannung darf den gewählten Prozentsatz nicht überschreiten.
I = P / (U · cos φ) einphasig
I = P / (√3 · U · cos φ) dreiphasig
S = 2 · L · P / (γ · e · U) einphasig
S = L · P / (γ · e · U) dreiphasig
P ist die Leistung in W, L die Länge in m, e der zulässige Spannungsfall in V, U die Spannung in V und γ die Leitfähigkeit von Kupfer bei Betriebstemperatur: 48 m/(Ω·mm²) bei 70 °C und 44 bei 90 °C.
Die Berechnung vernachlässigt den induktiven Widerstand der Leitung, der unter 50 mm² kaum ins Gewicht fällt. Für Planung und Ausführung muss eine Elektrofachkraft den Querschnitt bestätigen.
Häufige Fragen
Welchen Querschnitt brauche ich für 5,75 kW?
Bei 230 V und cos φ 0,9 fließen etwa 28 A. Im Rohr auf oder in der Wand mit PVC-Isolierung (Verlegeart B1) reichen nach Strombelastbarkeit 4 mm². Bei Längen über 20 m prüfe zusätzlich den Spannungsfall.
Was ist der Unterschied zwischen PVC- und VPE-Leitungen?
VPE verträgt im Betrieb 90 °C statt 70 °C bei PVC und darf daher bei gleichem Querschnitt mehr Strom führen. In öffentlichen Gebäuden sind oft halogenfreie Leitungen vorgeschrieben.
Gilt der Rechner auch für Aluminium?
Nein: Er verwendet Kupfertabellen. Aluminium verträgt bei gleichem Querschnitt etwa 20–25 % weniger Strom und leitet schlechter.